Was ist eine Kooperationsklasse?

Kooperationsklassen sind Klassen der Regelschule (Grund- und Mittelschule), in denen Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam nach dem Lehrplan der Grund- oder Mittelschule unterrichtet werden. Der sonderpädagogische Förderbedarf bezieht sich auf die Bereiche Sprache, Lernen, emotionale und soziale Entwicklung sowie die Schwerpunkte Hören, Sehen und körperliche und motorische Entwicklung. Dabei sollte der sonderpädagogische Förderbedarf nur so umfangreich sein, dass die Kinder die Anforderungen der Allgemeinen Schule mit Unterstützung bewältigen können.

Dieter Schütz  / pixelio.de
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Auf welcher Vorlage basieren Kooperationsklassen?

 

Nach Vorgabe der UN-Behindertenrechtskonvention zu einem inklusiven Bildungssystem (Art. 24 UN-BRK) sollen alle Schülerinnen und Schüler einen gleichberechtigten Zugang zum Bildungswesen haben. Der Freistaat Bayern versucht diese Vorgabe durch eine Vielzahl an schulischen Angeboten umzusetzen. Eine Möglichkeit des kooperativen Lernens bieten die Kooperationsklassen, welche im BayEUG (Art. 30a Abs. 7 Ziff. 1) festgeschrieben sind.

S. Hofschlaeger  / pixelio.de
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Wie funktionieren Kooperationsklassen in der Praxis?

 

In einer Kooperationsklasse unterrichten und fördern stundenweise zwei Lehrkräfte (Grund-/ oder Mittelschul-lehrkraft und Sonderschul-lehrkraft). Diese arbeiten eng zusammen und beraten sich gegenseitig. Die Förderung ist nicht auf die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf beschränkt, sondern soll allen Kindern der Klasse zu Gute kommen. Ziel ist das gemeinsame Lernen. 

Dieter Schütz  / pixelio.de
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Für welche Schülerinnen und Schüler sind Kooperations-klassen gedacht?

In der Regel sollten nicht mehr als 3 bis 6 Schüler mit sonder-pädagogischen Förderbedarf in einer Klasse sein. Zielgruppe sind sowohl Schulanfänger mit geringem sonderpädagogischem Förderbedarf, als auch Schüler, die aus einer Förderschule 

zurückgeführt werden und bei denen noch individueller Förderbedarf besteht. 


Nach welchem Plan werden die Schüler unterrichtet?

 

Für die Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf wird nach eingehender Diagnostik von der Förderschullehrkraft ein Förderdiagnostischer Bericht erstellt. Auf dessen Basis wird für diese Schüler von der Lehrkraft der Allgemeinen Schule ein Förderplan erstellt, der als Grundlage für die individuelle Förderung des einzelnen  Schülers dient. Die Förderschullehrkraft unterstützt sie dabei. 

 

Die Zuweisung der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in eine Kooperationsklasse erfolgt über das sonderpädagogische Förderzentrum im Einvernehmen mit den Eltern und der aufnehmenden Regelschule.